Wohnprojekt Augsburg mit dem Schwäbischen Integrationspreis ausgezeichnet

Am Freitag, den 23. Oktober 2026, wurde das Wohnprojekt Augsburg im Rokokosaal der Regierung von Schwaben mit dem Schwäbischen Integrationspreis ausgezeichnet. Überreicht wurde die Auszeichnung durch den Integrationsbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung und Landtagsabgeordneten Karl Straub sowie Regierungspräsidentin Barbara Schretter. Mit dem Preis würdigt die Regierung von Schwaben seit 19 Jahren Projekte, die sich durch besonderes ehrenamtliches Engagement für die Integration von Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte einsetzen.

Für das Wohnprojekt Augsburg ist die Auszeichnung eine besondere Anerkennung: „Gerade in einer Zeit, in der die Zahl bezahlbarer Wohnungen weiter ab- und Vorbehalte im Zuge migrationsfeindlicher Diskurse zunehmen, ist diese Auszeichnung ein wichtiges Zeichen. Sie würdigt nicht nur die Arbeit und das Engagement unserer Ehrenamtlichen. Sie rückt auch ein Thema in den Fokus, das in integrationspolitischen Debatten viel zu oft nur eine Nebenrolle spielt: den Zugang zu privatem Wohnraum.“

Wohnen als Schlüssel zur Integration

Denn Wohnen ist mehr als nur ein Dach über dem Kopf. Es ist eine zentrale Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe, Bildung und Arbeit, wie auch das diesjährige Jahresgutachten des Sachverständigenrates für Integration und Migration verdeutlicht hat. Dennoch spielt der Zugang zu Wohnraum in integrationspolitischen Konzepten und Debatten häufig nur eine untergeordnete Rolle, während weiterhin vor allem Bildung, Sprache und Arbeitsmarktintegration als die „zentralen Schlüssel der Integration“ gelten.

Dabei stehen insbesondere Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte auf dem Wohnungsmarkt vor erheblichen Herausforderungen. Komplexe Fachbegriffe, fehlendes Hintergrundwissen sowie strukturelle und diskriminierende Ausschlüsse stellen für viele Geflüchtete zusätzliche Hürden dar. „Viele Menschen, die zu uns kommen, haben bereits zahlreiche Absagen und frustrierende Erfahrungen bei der Wohnungssuche gemacht. Eine One-Size-Fits-All-Lösung greift daher meist zu kurz.“

Individuelle Unterstützung durch Haupt- und Ehrenamt

Mit dem Wohnprojekt Augsburg ist daher eine Anlaufstelle entstanden, die an den Bedarfen der Menschen ansetzt. Neben individueller Beratung bietet das Projekt Mietkurse, wohnspezifische Workshops und das Wohn-Café an, einem niedrigschwelliges Angebot, bei dem Wohnungssuchende individuelle Unterstützung von Ehrenamtlichen erhalten. Durch dieses Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamt werden Wohnungssuchende nicht nur bei der konkreten Suche nach Wohnraum unterstützt, sondern auch langfristig darin gestärkt, sich auf dem Wohnungsmarkt selbstständig zurechtzufinden.

Genau dafür wurde das Wohnprojekt Augsburg nun mit dem Schwäbischen Integrationspreis ausgezeichnet. Denn oftmals reichen einzelne Beratungsgespräche oder Mietkurse nicht aus, um die komplexen Anforderungen und Abläufe des Wohnungsmarktes vollständig zu erfassen. Ehrenamtliches Engagement kann ein wichtiger Schlüssel sein, um individuelle Hürden wie Sprachbarrieren zu überwinden und relevantes Hintergrundwissen zu vermitteln. „Dieser Preis gehört vor allem den vielen Ehrenamtlichen, die sich gemeinsam mit uns tagtäglich dafür einsetzen, dass aus einem Ankommen ein Bleiben in einem neuen Zuhause werden kann.“

Auszeichnung und Auftrag zugleich

Dennoch sind wir uns einig: „Damit Integration mit einem Zuhause beginnen kann, braucht es mehr als das. Es braucht v.a. mehr bezahlbaren Wohnraum sowie langfristige Förderprogramme und eine Wohnungs- und Integrationspolitik, die Wohnen als zentrales Querschnittsthema systematisch in Integrationskonzepten und Regelangeboten verankert. Nur so lassen sich die Strukturen stärken, die langfristig Zugänge zu Wohnraum ermöglichen.“

 

© Foto: Regierung von Schwaben

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